haflinger
   

Parallel zur Entwicklung des Steyr-Puch Kleinwagens beschäftigte
sich eine Konstruktionsgruppe unter Dipl.-Ing. Erich Ledwinka mit
der Konstruktion eines geländegängigen, allradgetriebenen Klein-wagens.
Dieser sollte vor allem für die Anforderungen des österreichischen Bundesheeres ausgelegt sein , aber auch für ausländische Militär-kräfte sowie Behörden und Privatnutzer ineressant sein.

Aufgrund dieser Zielgruppe war es von Haus aus klar, dass es sich dabei um ein Spezialfahrzeug mit extremer Geländegängigkeit, geringem Gewicht und großer Wendigkeit handeln würde.

Als Antriebseinheit wurde der auf 643 ccm vergrößerte luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor des Kleinwagens gewählt, wie er dann auch im Steyr-Puch 650T und 700 C und E verwendet wurde.



Vom Haflinger wurden zwischen 1958 und 1974 insgesamt 16 757 Stück gebaut und in 110 Länder geliefert.

 
Was unterscheidet den Haflinger von den anderen Geländefahrzeugen seiner Zeit?
 
Zum Unterschied von den damals üblichen Bauformen (Leiterrahmen, Frontmotor in wassergekühlter Ausführung mit relativ großem Hubraum, Hinterachsantrieb bei Straßenfahrt, zuschaltbarer Vorderachsantrieb bei Geländefahrt, starre Achsen mit Blattfedern aufgehängt) hat der Haflinger eine prinzipiell andere Konstruktion.
 
  An die Stelle des Leiterrahmens trat ein Zentralrohrrahmen, an dessen Enden die Antriebsgehäuse befestigt sind. Daran sind die Pendelhalbachsen angebaut.
Die Achsen sind als Portalachsen ausgebildet.
Die Federung erfolgt über Schrauben-federn und innenliegende Gummi-hohlfedern.
 

Weniger Karosserie ist nicht möglich.
Der Haflinger wurde gewissermaßen
als fahrende Bodenplatte konzepiert. Vorne bloß die Andeutung eines Fahrerhauses, der Rest ist Plane und was man für deren Befestigung eben noch braucht.
Die Windschutzscheibe ist umlegbar.

    Der Aufbau ist eine Plattform aus profilgepressten, stark versickten Stahlblechen und Längsträgern mit rundumlaufender Randverstärkung .  
 
Seine ausgezeichnete Geländegängigkeit erhält der Haflinger durch einzeln gefederte, unabhängig aufgehängte Räder, Heckmotor und Heckantrieb mit zuschaltbarem Vorderachsantrieb und händisch zuschaltbaren hundertprozentigen Differentialsperren.
 
Hinter dem Schalthebel des Fünfganggetriebes sieht man die Zughebel für die Zuschaltung des Vorderradantriebes sowie für die beiden Differentialsperren, je eine im vorderen und im hinteren Achsantrieb. Der Fünfer verrät dem Kenner, dass es sich um ein Kriechganggetriebe handelt.
Dabei ist der erste Gang für sehr langsames Fahren in schwierigem Gelände auf 7,55 : 1 übersetzt.
Für steiles Bergabfahren bedeutet das bei Allradbetrieb: Motorbremse auf alle vier Räder.